Sonntag, 28. März 2010

Anfall

In einem Anfall von geistiger Umnachtung habe ich mich gestern dazu hinreißen lassen, gleich zwei neue Projekte in Angriff zu nehmen.

Das Strickprojekt wird ein Pullover, den ich schon lange auf meiner Wunschliste habe. Vor über einem Jahr habe ich schon in meinem vorigen Blog gepenzt (wer's nicht glaubt: hier), und jetzt wird's ernst.


Das Häkelprojekt wird ein Schal. Da konnte ich nicht aus, nachdem der Lieblingsmann wieder den Diskonter aufgesucht hat, in dessen Prospekt die Sockenwolle angekündigt war. Warum er das immer macht, ich versteh' das gar nicht. Vielleicht, weil ich ihn mit der Nase darauf gestoßen habe und dann noch zweimal nachgefragt habe, ob er schon dort war. Soll ja schließlich nicht ausverkauft sein, die herrliche Wolle, wenn ich endlich am Wochenende Zeit habe, um einkaufen zu gehen.

Ja, und auf besonderen Wunsch von Angie muss ich hier noch etwas herzeigen. Habe ich mir gegönnt.

Nicht so einfach zu fotografieren, wenn man ihn gerade anhat. Dieser faltige Look gehört so.

Und dann noch diesen hier.

Freitag, 26. März 2010

Frühling auch in meinem Blog

Die Freude über den Frühling ist allseits sehr groß. Da möchte ich mich auch nicht lumpen lassen und ein paar Frühlingsbilder hier einstellen.



In der Au waren wir diese Woche.

Das Bild vom Eichhörnchen ist nicht ganz scharf geworden, die sind mir einfach immer zu schnell.

Frisches Grün sieht man noch nicht viel, darum zeige ich euch grünes Moos.
Es gibt ja auch solche Lügenberichte, dass nächste Woche wieder ein Wintereinbruch kommt. Die betrachte ich aber wirklich als Lügen, nichts als Lügen.

Montag, 22. März 2010

Fertig!

Schrecklich ist es, wenn sämtliche Teile eines Stücks fertig gestrickt sind und man sich dann aufraffen soll, die Endfertigung vorzunehmen. 100000 Fäden vernähen, den Rand umstricken (mehr als 400 Maschen rundherum), und dann auch noch diese langen Nähte. Igitigittigitt.
Aber gestern habe ich es doch noch geschafft.

Ein blödes Selbstauslöserbild soll als Beweis dienen. Mit der Diskonterbaumwolle war ich sehr zufrieden, abgesehen von ein paar Knöpfchen, die hin und wieder drin waren, aber das kann einem wohl bei jeder Wolle passieren. Dafür trägt sich die Jacke sehr angenehm. Baumwolle mag ich überhaupt gern.

Noch einmal eine Großaufnahme vom Muster. 19 Knäuel sind dabei draufgegangen, also eher ein Schwergewicht, was man aber gar nicht so merkt, weil sich alles auf die relativ große Länge verteilt.
Und was sonst noch geschah: Gestern hatte mein großes Kind Geburtstag. 22 Jahre ist sie jetzt schon. Eigentlich darf man da gar nicht mehr Kind sagen.

Freitag, 19. März 2010

Zwiespalt

Ein Mann, den ich schon lange kenne/kannte, ist vorige Woche schon mit dem Auto tödlich verunglückt. Er war viel zu schnell unterwegs und hat ein anderes Auto frontal gerammt. So kam es, dass er auch noch eine junge Frau, die zufällig gerade da war, mit in den Tod gerissen hat.
Seine Frau, die jetzt Witwe ist, war sehr gefasst. Sie meinte, sie schafft es nicht so recht, traurig zu sein. Sein Leben lang hat er sie betrogen, ihren Kindern war er auch kein guter Vater, es fehlte gerade noch, dass sie sagte, gut dass er weg ist.
Hätte ich ihn nicht gekannt, so würden mir jetzt wahrscheinlich alle möglichen Schimpfwörter und Flüche über die Lippen kommen. Idiot wäre noch das Harmloseste, das ich ihn nennen würde. Aber ich habe ihn gekannt. Jetzt sitze ich da mit sehr zwiespältigen Gefühlen, und die Schimpfwörter wollen nicht so recht aus meinem Mund heraus.

Noch mehr Socken

Begonnen habe ich mit dem zweiten Paar Socken für Antje.

In der Anleitung steht, dass man sie von der Spitze nach oben stricken soll. Das mache ich aber nicht. Schließlich sollen sie ein Geschenk werden, da mache ich keine waghalsigen Experimente. Neue Techniken erlernen kann ich ein anderes Mal auch.

Montag, 15. März 2010

Gute-Laune-Socken

Im Rahmen der Nadelparade war das Monatsthema für März: Gute-Laune-Socken aus mindestens drei verschiedenen Farben. Gestern sind sie fertig geworden, meine Socken in Mischtechnik.

Während des Arbeitens hatte ich sehr gute Laune, die sich kurzfristig etwas verflüchtigt hat, als ich bei der ersten Ferse angelangt war. Was ich nämlich nicht bedacht hatte: Dadurch dass das Muster gehäkelt ist, ist es auch viel straffer und fester als bei gestrickten Socken. Ich hatte keine Chance, sie mir über die Ferse zu ziehen. Kurz geschluckt, überlegt, dann umdisponiert und sie überhaupt kleiner gemacht. Somit war die gute Laune wieder hergestellt. Größe 35, würde ich sagen. Vielleicht passen sie meiner Nichte. Das Muster ist gehäkelt, der Rest gestrickt.

Dann hätte ich hier noch eine Großaufnahme, die bei besseren Lichtverhältnissen entstanden ist.
Grundsätzlich muss ich sagen, ich bin zufrieden, diese Hürde genommen zu haben, aber fairerweise will ich auch dazusagen, dass ich schon viel schönere Gute-Laune-Socken gesehen habe. Zu den Ergebnissen der anderen Teilnehmerinnen geht es hier, ein paar sind schon fertig.

Sonntag, 14. März 2010

Korb

Irgendwie kommt es mir heute so vor, dass die Vögel viel fröhlicher zwitschern als in den letzten Monaten. Nicht so depressiv wie zuletzt. Ob das ein gutes Zeichen ist?

Auf jeden Fall ist mein Häkelkorb fertig geworden.

Falls Fragen auftauchen, wofür der gut sein soll: Man kann das nächste Projekt hinein legen. Zum Üben probiere ich mich jetzt einmal an einem Deckchen, wobei die Schwierigkeit darin besteht, die englische Anleitung ins Deutsche zu übersetzen. Beim Stricken klappt das ja mittlerweile ganz gut, aber beim Häkeln gibt es da doch einige Probleme.
Und falls Fragen auftauchen, wofür ich ein Häkeldeckchen brauche: Was wäre das Leben ohne diese netten, kleinen Sinnlosigkeiten, die doch so viel Spaß machen?

Freitag, 12. März 2010

Sockenpaar 1 (von 3)

Nicht viel Zeit für den Blog war diese Woche. Viel gearbeitet, meine Tochter war zu Besuch da und ist heute wieder abgereist, und jetzt beginnt ein langes und hoffentlich entspanntes Wochenende.
Ganz untätig war ich aber nicht. Das erste Paar Socken für Antje ist vor ein paar Tagen schon fertig geworden.

Sehr zufrieden bin ich damit, das Muster gefällt mir wirklich gut.
Apropos Socken: meine Tochter möchte welche für den nächsten Winter. Hehe.

Ja, und zur Feier des Tages habe ich heute einen kleinen Einkauf getätigt. Großmaul Margot hat wieder einmal große Pläne, weil die angefangenen Sachen nicht reichen. Da ist mir letztens ein Buch über Filethäkeln in die Hände gefallen, woraufhin es mich gewaltig in den Fingern zu jucken begonnen hat und ich von einer merkwürdigen Unruhe befallen worden bin. Hier seht ihr also das vorläufige Ergebnis dieser Unruhe.

Montag, 8. März 2010

Tristesse - mehr fällt mir nicht ein

Der Zeitung habe ich wieder einmal entnommen, dass Männer- und Fraueneinkommen weiter auseinander gehen. Der Zeitung habe ich wieder einmal entnommen, dass die Frauenbeschäftigungsquote weiter zurückgeht. Der Zeitung habe ich wieder einmal entnommen, dass versprochene Kinderbetreuungsplätze doch nicht kommen, weil kein Geld vorhanden ist. Alles beim Alten sozusagen, an diesem heutigen Frauentag. Kein Grund zur Aufregung.
Dafür haben wir jetzt eine Bundespräsidentschaftskandidatin aus dem sehr rechten Lager, deren erste Forderung nach Bekanntgabe ihrer Kandidatur es war, das NS-Verbotsgesetz möge doch bitte aufgehoben werden. Brauchen wir nicht mehr, ist nicht mehr zeitgemäß, blablabla. Die Anzahl der Anzeigen steigt jährlich an. Kein Grund zur Aufregung. Werde wohl einen Mann wählen müssen.
Hat es überhaupt einen Sinn, sich aufzuregen, frage ich mich an diesem heutigen Frauentag. Etwas gedämpft bin ich, um nicht zu sagen, bedrückt. Die Antwort muss natürlich lauten, ja, es hat einen Sinn, sich aufzuregen. Ohne Aufregung wäre alles noch viel schlimmer. Und ohne unsere Vorgängerinnen wäre alles noch viel schlimmer. Grund zum Feiern sehe ich keinen. Die rechtliche Gleichstellung existiert auf dem Papier, wie sieht die Wirklichkeit aus?

Zum heutigen Frauentag schicke ich euch eine Kaktusblüte. Schön ist sie, finde ich. Überhaupt ein sehr zähes Gewächs, dieser Kaktus, fällt mir auf. Aller Vernachlässigung zum Trotz blüht er.

Freitag, 5. März 2010

Über das Reden und das Schweigen

Da gibt es eine Frau, wie soll man die beschreiben, sehr nett ist sie. Freundlich, liebenswert, auch intelligent, wirklich nett. Aber - wenn man ihr in die Fänge gerät, dann lässt sie einen nicht mehr los. Sie redet und redet und redet, ob einen die Geschichten interessieren oder nicht. Sie hat eine eigene Technik entwickelt, ihre Gesprächsopfer nicht entkommen zu lassen, die ich noch nicht durchschaut habe.
So hat sie mir diese Woche eine ganze Menge Geschichten erzählt, die ich mir nicht alle gemerkt habe, weil ich irgendwann die Ohren auf Durchzug geschaltet habe, aber eine geschilderte Szene hat sich mir ins Gedächtnis eingebrannt. Man stelle sich vor: eine Geburstagfeier. Einige Gäste sind eingeladen, man isst und trinkt und unterhält sich. Nach dem Essen gibt es eine musikalische Darbietung. Die Schwiegertochter trägt ein selbst komponiertes Lied vor. Schreckliche Katzenmusik, so die Schilderung, nicht anzuhören. Entweder war das Lied so schlecht oder der Vortrag so erbärmlich. Und die Gäste haben auch noch Beifall geklatscht! Der 8-jährige Sohn des Hauses hat sogar gerufen: "Zugabe! Zugabe!" Dann gab es noch ein Lied. Es war nicht auszuhalten für diese Frau, die so gerne redet. Ich kann mir das richtig gut vorstellen. Da singt jemand, und die Zuhörer haben zu schweigen. Das muss wirklich entsetzlich gewesen sein.
Nächstes Mal, wenn ich sie treffe, singe ich auch.

Zu zeigen gibt es heute mein neuestes Machwerk. Da ich so ein bisschen im Häkelfieber bin, habe ich mir gedacht, ich mache einen netten kleinen Aufbewahrungskorb. Muss aber noch wachsen.

Montag, 1. März 2010

Nadelparade - Aufgabe für März

Bei der Nadelparade geht es in die nächste Runde. Die Märzaufgabe lautet: Gute-Laune-Socken in mindestens drei verschiedenen Farben.

Jetzt habe ich meine Bestände durchforstet und diese Farben gefunden. Die werden es. Mehr verrate ich noch nicht. Nachdem die Februaraufgabe schon solchen Spaß gemacht hat, freue ich mich jetzt schon sehr auf diese neue Herausforderung.
Und für alle, die neugierig sind: Die vielen verschiedenen Februar-Handymützchen kann man hier bewundern. Dort findet ihr auch einen Link, wo man sich noch anmelden kann (falls noch jemand mitmachen will). Ich bemühe mich auch sehr, auf dem Laufenden zu bleiben, wenn wieder jemand etwas fertiggestellt hat, und ich muss sagen, ich bin wirklich begeistert von den vielen verschiedenen Ideen, die umgesetzt wurden. Toll!

Sonntag, 28. Februar 2010

Strickbericht

Diese Wochenenddienste gehen an die Substanz. Erschöpft bin ich. Nächste Woche wieder. Aber wenigstens morgen habe ich frei. Es bleibt so wenig Freizeit über, wenn man sechs Tage hintereinander Dienst hat, und auch die Qualität der Freizeit ist etwas eingeschränkt, wenn man am Ende der Woche nur mehr auf schmerzenden Füßen durch die Gegend wankt.
Wenigstens ein fertiges Stück kann ich euch zeigen.


Mein Resteverwertungstuch ist über die Ziellinie gestolpert. Von den Farben bin ich sehr angetan, abgesehen davon war es nicht sehr aufregend zu stricken, weil es am Anfang immer nur gleich dahingeht. Man beachte: Tageslicht!
Auch die anderen Projekte nehmen langsam Gestalt an. Meine Jacke steht kurz vor der Fertigstellung. Beim Sockenpaar habe ich gestern mit der zweiten Socke begonnen. Ein bisschen ratlos bin ich, weil ich einfach den gleichen Farbverlauf nicht mehr finden konnte. Habe abgewickelt und abgewickelt, dann kam einige Male ein sehr grelles Türkis, das bei der ersten Socke gar nicht vorgekommen ist. Ich hoffe, sie werden nicht zu verschieden, die beiden.

Mittwoch, 24. Februar 2010

David

Nichts Neues zu zeigen, nichts fertig geworden. Ich lese immer bei anderen, dass irgendwelche Sachen von den Nadeln gehüpft sind. Das stelle ich mir dann immer sehr bildhaft vor. Aber bei mir hüpfen die Sachen nicht, die ziehen sich eher wie Strudelteig und schleppen sich mit letzter Kraft in die Zielgerade. Dann fallen sie erschöpft von den Nadeln.
Und weil ich eben nichts Neues zu zeigen habe, gibt es heute eine kleine, unbedeutende Geschichte.
Meine Nachbarn unter mir sind vor einiger Zeit ausgezogen, eine Familie mit zwei Kindern, denen wohl der Platz zu knapp geworden ist. Kurz vor dem Umzug hat der Familienvater stolz verkündet, sie hätten jetzt die Wohnung verkauft, und zwar an einen jungen Finanzberater. Was immer das sein soll, keine Ahnung. Klingt irgendwie aufgeblasen. Auf jeden Fall war mein Ex-Nachbar voll des Lobes für diesen jungen Mann, der seiner Meinung nach hervorragend in unser Haus passen würde. Nun waren wir alle sehr gespannt auf den Neuen. Einige Zeit später sind dann zwei junge Männer in rostigen Autos vorgefahren, haben Bretter, Matratzen und sonstiges Zeug für einen Haushalt in die Wohnung getragen, große Aufregung war, es wurde gehämmert und gebohrt, und irgendwann stellte sich dann heraus, dass der junge Finanzberater die Wohnung weiter vermietet hatte. Nun habe ich eine Studenten-WG unter mir. Wahrscheinlich müssen sie teures Geld für ein Zimmerchen berappen, aber das ist nur ein Detail am Rande. Die WG besteht aus drei Personen. Ein Oberösterreicher, eine Ungarin, und dann gibt es noch einen Spanier. Sehr nette, friedfertige junge Leute. Manchmal hört man von unten einen Stabmixer, dann stelle ich mir immer vor, wie sie sich eine Bananenmilch mixen, manchmal hört man auch schwermütige spanische Weisen, manchmal hört man tiefgreifende Diskussionen, manchmal hört man gar nichts.
Alles nicht weiter weltbewegend. Allerdings hat der Spanier eine bemerkenswerte Eigenschaft. Er sieht aus wie Michelangelos David. Nicht ganz, das wäre jetzt geschwindelt, er hat eine andere Frisur und ist bekleidet, aber abgesehen davon ist die Ähnlichkeit wirklich bemerkenswert. Nicht nur mir ist das aufgefallen. Ich glaube, sämtliche Nachbarinnen haben das bemerkt. Wenn nun also der schöne Pablo das Haus verlässt, dann sieht man rundherum in den Fenstern, wie sich die Vorhänge plötzlich bewegen. Meine nicht, ich habe nämlich keine Vorhänge. Morgens im Bus treffe ich oft eine Nachbarin, und dann werde ich regelmäßig ausgefragt, was der schöne Pablo so treibt. Bananenmilch mixen, erkläre ich dann immer. Ungläubiges Staunen begegnet mir dann. Kurz und gut, Pablo ist ein kleiner Star und ahnt womöglich gar nichts von seinem Ruhm. Und da ich mir ziemlich sicher bin, dass meine Nachbarinnen hier nicht mitlesen, kann ich euch ja verraten, dass der schöne Pablo kurz vor Weihnachten in einen Zustand tiefsten Liebeskummers verfallen ist. Traurig, aber wahr. Und das werde ich meiner Nachbarin ganz sicher nicht erzählen.

Sonntag, 21. Februar 2010

Der Anfang ist gemacht

Muss schnell ein Beweisbild herzeigen, damit hier niemand glaubt, ich stricke nicht.

Das ist das Muster für das erste Paar Socken. Es sieht aus wie kleine Zöpfe, aber in Wirklichkeit sind es keine. Der Farbverlauf dieser Wolle gefällt mir sehr gut, es gibt keine abrupten Wechsel, das tut dem Muster gut.
Und noch eine wichtige Meldung gibt es: Die Sonne scheint!

Freitag, 19. Februar 2010

Wie Weihnachten

Post aus dem hohen Norden habe ich erhalten. Die liebe Antje aka Kuestensocke hat mir ein Päckchen geschickt. Da musste ich noch schnell das letzte bisschen Tageslicht ausnutzen und ein Foto machen. Schaut euch diese Pracht einmal an.


Antje hat nämlich einen genialen Plan ausgeheckt, der in etwa so aussieht, dass ich ihr Socken stricke, weil ich doch kaum Sockenopfer in meiner Verwandt- und Bekanntschaft habe und so gerne Socken stricke, während sie viel zu viele Sockenopfer hat. Ich freue mich schon so.
Dann waren noch ein paar Tees dabei, die ich bald testen werde, und mit dieser Wärmflasche hat es auch eine besondere Bewandtnis. In einem ihrer letzten Berichte war eine bestrickte Wärmflasche zu bewundern (hier), was mich zu der Bemerkung veranlasst hat, dass ich gar keine Wärmflasche habe. Dieser bedauernswerte Zustand ist hiermit auch geändert. Man ist ja immer wieder auf der Suche nach Dingen, die man stricken kann.
Die wunderschöne Karte mit den Mohnblumen drauf kommt auf dem Bild leider nicht so recht zur Geltung, aber man kann darauf gut erkennen, dass die Geschichte vom Sommer nicht nur ein Gerücht ist.
Vielen, vielen Dank!

Montag, 15. Februar 2010

Kultur

Ich kenne einen Mann, das englische Wort Gentleman wäre passend für ihn. Perser, seit vielen Jahren in Österreich, spricht hervorragend Deutsch mit einem leichten Akzent, sehr gewählte Ausdrucksweise. Die Worte, die er ausspricht, spricht er mit Bedacht, und für gewöhnlich haben sie genau die Bedeutung, die sie haben. Ich unterhalte mich gerne mit ihm.
Vor ein paar Tagen habe ich ihn wieder einmal getroffen. Er hat von seinen Kindern erzählt, die in Wien leben, und dass er bald Großvater wird, mit leichtem Bedauern, weil das Enkelkind dann so weit weg ist. Ein bisschen wehmütig hat er gewirkt.
Und dann - da gibt es jetzt keinen Zusammenhang mit den Kindern - hat er gemeint, früher wäre vieles besser gewesen. Er ist damals hierher gekommen wegen der Kultur, und nun muss er feststellen, dass wir Europäer unsere Kultur verlieren.
Der Blick von außen ermöglicht es manchmal, gewohnte Gedanken anders zu denken und Selstverständliches nicht mehr für selbstverständlich zu halten. Als er das Wort Kultur gesagt hat, war mein erster Gedanke, die Kunst, die Musik, die Literatur, die Architektur, das Theater. Doch dann habe ich den Gedanken weiter verfolgt und mich gefragt, was ist das eigentlich, die Kultur? Und bin zu dem Schluss gekommen, dass Kultur wesentlich mehr ist als Kunst, Musik, Literatur usw. Kultur ist all das, was über die bloße Bedürnisbefriedigung (essen, schlafen, ein Dach über dem Kopf) hinausgeht. Die Kunst ist davon nur ein kleiner Teil. Kultur ist die Art, wie wir unser Zusammenleben gestalten, Kultur ist die Art der Staatsform, Kultur ist es, wie wir mit unseren Kindern umgehen, wie wir uns zum Essen zusammenfinden, im Grunde ist alles Kultur.
So gesehen ist es unmöglich, Kultur zu verlieren. Aber die Qualität der Kultur kann sich ändern. Und das ist etwas, das sich tatsächlich geändert hat. Vielleicht ist das aber auch nur mein subjektives Empfinden, manche Dinge verlieren mit der Zeit einfach ihren Glanz. Was mir durch diese kleine Bemerkung vor Augen geführt wurde, ist, dass sich der Umgang der Menschen miteinander ganz wesentlich geändert hat. Sie sind härter geworden, sie setzen ihre Ellbogen mehr ein als früher, sicher auch bedingt dadurch, dass sich manche Rahmenbedingungen geändert haben. Es war ein schleichender Prozess, nicht so offensichtlich. Ich denke, dass das damit gemeint war, als er sagte, wir verlieren unsere Kultur. Trotzdem - seine Worte haben für gewöhnlich genau die Bedeutung, die die Worte eben haben. Das irritiert mich.

Freitag, 12. Februar 2010

Gerade noch jugendfreier Artikel

Der Alltag hat mich wieder, Urlaub vorbei, und als wäre das noch nicht genug, musste ich diese Woche Schreckliches in der Zeitung lesen. Einer amerikanischen Studie zufolge ist Bloggen nicht mehr sexy. Das liegt daran, dass die Blogger immer älter werden und kaum junge Leute nachkommen.
Aber hallo! Erstens: Was hat das mit dem Alter zu tun? Und zweitens: Gibt es da draußen ernsthaft Personen, die meinen, dass ein Strickblog nicht sexy ist? Oder wie ist das gemeint? Ich muss da jetzt wirklich widersprechen.


Jetzt schaut euch doch einmal mein Nadelkissen an, das ich gestern gehäkelt habe! Wenn das nicht sexy ist!
Der Grund, warum ich noch eines gemacht habe, ist, dass meine Tochter (die jünger ist als ich), als sie das erste Nadelkissen gesehen hat, sehr angetan war und auch eines haben wollte.

Dann gibt es noch eine Vorschau auf Zukünftiges. Da raune ich euch jetzt mit meiner verführerischsten Stimme ins Ohr, dass ich schon wieder ein Tuch angefangen habe, um davon abzulenken, dass die ultimative und flippigste und sexieste Tragevariante noch nicht gefunden ist.
Und die sinnlichen Wollberge, die bei mir eingezogen sind, zeige ich euch gar nicht erst, sonst wird es zu viel. Nicht dass mein Blog als nicht mehr jugendfrei eingestuft wird.

Montag, 8. Februar 2010

Krisengedanken

Kurz vor meinem Urlaub war ich mit meinem arbeitslosen Freund essen. Er hat voller Begeisterung von der Maßnahme berichtet, die ihm aufgebrummt worden ist. Der Name der Beratungsfirma ist egal, er lernt dort, sich blind zu bewerben und macht einen Computerkurs. Alles sehr sinnvoll, wie er findet. Ehrlich. Seit zwei Jahren ist er jetzt arbeitslos, intensiv auf der Suche und sehr arbeitswillig.
Letzte Woche geisterte dann eine Meldung durch die Medien, bei der normalerweise sämtliche Alarmglocken schrillen müssten. In Österreich sind zur Zeit 400000 Menschen arbeitslos. Das bei einer Bevölkerung von 8 Millionen Menschen.
Und wieder ein paar Tage später war dann eine Meldung in der Zeitung, bei der ich schlucken musste. Es gibt eine Branche, die der Krise trotzt und die sogar enorme Zuwachsraten verzeichnen kann. Die Beschäftigtenzahlen in dieser Branche sind gewaltig gestiegen, sie können nicht klagen. Bei dieser Branche handelt es sich um die Beraterfirmen. Diejenigen, welche Arbeitslosen beibringen, wie man in Worddateien seine Bewerbungsdaten einfüllt zum Beispiel. Diejenigen, welchen vom Arbeitsmarktservice die Kundschaft vermittelt wird, auf dass die Zahl der Arbeitslosen schrumpfen möge.
Ich habe dann so gegrübelt über die geheime Logik dieser Tatsache und bin dann zu dem Schluss gekommen, dass diese Branche eigentlich gar kein Interesse an sinkenden Arbeitslosenzahlen haben kann. Die Arbeitslosen sind ihre eigene Existenzberechtigung. Was täten sie, gäbe es plötzlich keine Arbeitslosen mehr?
Vielleicht erliege ich da aber auch einem Trugschluss. Über heftigen Widerspruch würde ich mich jetzt direkt freuen. Da wäre mir wohler.

Söckchen

Eine Erfolgsmeldung gibt es heute.

Socken sind fertig geworden. Nicht wirklich weltbewegend, findet meine Katze, aber mir gefallen sie gut.

Und noch ein Bild vom Muster. Harris Tweed Socks bei Ravelry.

Samstag, 6. Februar 2010

Lebe noch

Nicht viel los war hier in den letzten Tagen. Irgendwie war nicht so recht Zeit für den Blog. Meine Tochter war zu Besuch da, gestern Familienessen im Wirtshaus (Ravioli gefüllt mit Spinat und Ricotta muss ich auch einmal machen - so gut!), und ansonsten war einfach die Zeit knapp. Aber heute ein kleines Lebenszeichen.


Schnee von gestern ist hier zu sehen. Der schneebefüllte Graben ist im Sommer ein "reißendes" Rinnsal mit dem Namen Höllbach. Heute Regen, die Schnemassen schrumpfen vor sich hin, was mich gar nicht weiter stört und wovon ich hoffe, dass diese Tendenz anhält.
Gestrickt habe ich auch, dafür ist meistens Zeit.

Hier der aktuelle Stand bei meiner Strickjacke. Besonders schnell geht das nicht mit dieser dünnen Wolle, außerdem soll es eine lange Jacke werden.