Freitag, 3. Juli 2009

Die Langsamkeit

Gibt es eigentlich Menschen, die sich gerne hetzen lassen? Wenn man eine Umfrage machen würde, wahrscheinlich würden sämtliche befragten Personen die Antwort "Nein" geben. Trotzdem fühlen sich viele Menschen gehetzt, gezwungen, dieses und jenes zu tun, schnell noch das, und das hier muss auch noch erledigt werden.
Einer der größten Werte, die wir besitzen, ist die Zeit. Wie viel davon jeder hat, ist ungewiss, aber Tatsache ist, dass für jeden Menschen der Tag 24 Stunden hat, wenn man die Zeit schon unbedingt messen muss. Diese Stunden werden vollgestopft mit Aktivitäten. Manche Aktivitäten sind eine Notwendigkeit - dass man arbeiten geht, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, dass man die Kinder vom Kindergarten abholt, dass man die schmutzige Wäsche wäscht, zum Beispiel. Da kommt man nicht so recht aus, das muss sein. Und gerade diese Tätigkeiten sind es oft, die einem das Gefühl geben, gehetzt zu sein. Da will ich mich selbst gar nicht ausnehmen davon, manchmal passiert es mir. Aber ich habe auch eine sehr wirksame Strategie dagegen. Wenn alles zu viel wird, dann tief durchschnaufen und das Tempo rausnehmen. Das hilft. Dann wird so manches relativ. Das schafft Freiräume, die einem die Möglichkeit geben, zu bedenken, was eigentlich wichtig ist. Und es schafft Ruhe.


Die Kunst der Langsamkeit, eine Überlebensnotwendigkeit meiner Meinung nach. Notwendig für die seelische Gesundheit.
Wichtig sind übrigens ausschließlich Menschen, wenn ich es so recht bedenke, niemals Gegenstände. Die können warten. Und das Bild musste sein, bitte keine Beschwerden!

Kommentare:

  1. Liebe Margot, ich hasse stress situation. da weis ich immer nicht wo mein Kopf hängt, aber ich hoffe es immer gut zu meistern. liebe grüße annetta

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  2. Ich mache mir einfach keinen Stress. Falls er dennoch über mich kommt, dann nur, wenn ich es will, z.B. wenn ich ein Zimmer renoviere und fertig werden will. Ansonsten denke ich, dass die Menschen, die sich jeden Tag einen Stress machen, vor der Realität weg laufen. Wenn man im Stress ist, hat man keine Zeit über die Lebenssituation nach zu denken. Ich kenne einige Menschen, die nie zur Ruhe kommen. Wenn sie zur Ruhe kommen würden, müssten sie erkennen, dass irgendwas im Leben schief läuft und einiges zu ändern ist. Davor hat man aber Angst und bleibt lieber weiter im Stress. Man schiebt den Stress auch gerne auf die Umstände, in denen man lebt. Das hängt dann freilich auch mit den eigenen Ansprüchen zusammen. Muss die Wohnung jeden Tag geputzt werden, muss jedes Wäscheteil gebügelt werden..... ich habe meine Ansprüche einigermaßen zurück geschraubt, weil ich allein mit meinem Sohn lebe und eh nicht fertig werde. Ich mache das, was gemacht werden muss, damit die Wohnung begehbar bleibt. Ansonsten lebe ich nach dem Motto: Das kreigen wir schon - irgendwie und irgendwann...
    Dir ein schönes, stressfreies WE. Jürgen

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  3. Beschweren über das Bild? Das ist doch ein schönes Bild. :o)

    Wenn das immer so einfach wäre sich nicht selbst immer unter Druck zu setzen. Manchmal klappt es sich selbst zurückzunehmen und manchmal leider auch nicht, aber solange man es merkt und dann es doch noch schafft die Reißleine zu ziehen gehts immer noch.

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  4. Je stiller wir sind, umso mehr hören wir.
    Je langsamer wir leben, umso mehr Zeit haben wir.
    Je mehr Liebe wir verschenken, umso reicher ist unser Herz

    Ich wünsch dir ein wunderschönes Wochenende!

    Grüße
    Michaela

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  5. Gutes Thema - und der Schneck ist bezaubernd, wenngleich er wohl gemerkt hat, daß Du ihn vor'm Sucher hast... *gg* (und die Fühler eingezogen hat) - Aber die Farbharmonie ist umwerfend!!!!

    Ich beschäftige mich auch ab und zu damit (Streß), allerdings noch zusätzlich aus einer anderen Sicht-Position heraus... mal sehen, vielleicht ist mir die Tage danach, dann schreib ich bei mir was dazu.
    Bussi
    mo

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  6. Hat mir doch keine Ruhe gelassen - habe gerade gebloggt - Stichwort: "Depression".

    Bussi mo,
    die ihren Depri so ziemlich im Griff hat ;-)

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  7. Hallo Margot,

    das hast du wirklich schön geschrieben. Ich bin leider auch so ein dauergestresster, nervöser Mensch, lasse mich aber eigentlich gar nicht stressen. Daher sind deiner Worte für mich besonders zutreffend.
    Das Bild finde ich übrigens richtig gut gelungen. Das stimmt einfach alles!
    Liebe Grüße,

    Steffi

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  8. Wieso wegen deiner Bilder "motzen"? Und dann noch wenn es schön zum obigen Thema passt? ;-)
    du hast Recht. Zeit ist zudem wirklich relativ. Allerdings denken wir uns, dass die Schnecke alle Zeit der Welt hat und deswegen nur langsam macht. Es ist unser Betrachtungswinkel aus der Sicht der ewig gestressten,die sich selten jene Zeit wirklich nehmen, die sie auch bräuchten. Die Schnecke hingegen ist vielleicht sogar sehr im Stress und ihr Ablauf auch hektisch. Für sie jedenfalls. ;-) Nur wir können das so nicht erkennen, weil wir für diese Art, gerade für unseren Bewegungsstress, andere Wertmassstäbe setzen. Uns wird sie wahrscheinlich gar nicht also solches warnehmen, weil wir nicht in ihr Zeitfenster und Gefühl passen. Ein Atom welches vielleicht mit Lichtgeschwindigkeit bewegt, würde sich sicherlich auch keine Gedanken darüber machen es so könnte, über die Sachen um es herum, welche sich nur mit "Kriechgeschwindikeit" durchs Leben kämpfen. Es würde uns wahrscheinlich sogar nicht einmal wahrnehmen. ;-) Das schöne an der "relativen Zeit" ist nicht nur deren relative Betrachtungsweise, sondern auch das sie ja relativ ist. Nur zu was? ;-) Wir haben uns eine beseere EInteilung geschaffen. Wie du sagst die Minute, die Stunde, den Tag usw. . Aber das ist doch auch nur relativ und "zwingend" gewesen, um gerade gewisse Abläufe besser koordinieren und abstimmen zu können. Eine Art Feinabstimmung unserer eigenen LEbensrythmuses, den wir erst gerade dadurch besonders sensibilisieren konnten. Das wiederum ist der Vorteil gegenüber der Schnecke. Um wieder zum Ausgangspunkt deines Bildes als Hintergrundgedanke zu kommen. ;-) Aus unserer Sicht macht sie also langsam, weil sie Zeit hat. Aber stimmt das wirklich? ;-)
    Es ist ein wirklich interessantes Thema was du hier nicht nur aufgeworfen hast, sondern auch sehr schön dokumentiertest.
    Vielleicht noch eine kleine Randbemerkung zu der entsprechenden Zeiteinteilung. Hattest du gewusst, dass während der französischen Revolution z.B. es teilweise in Frankreich eine ganz andere uns bekannte Zeiteinteilung gab? Die Minute bestand da aus 100 Sekunden, die Stunde aus 100 Minuten und der Tag aus 20 Stunden. Das komische allerdings wiederum ist auch, das gerade die Franzosen auch nur bis 60 zählen können und alles weiter dan durch eine Art Multiplikation zusammen setzen. Z.b. 84 hört sich dann ungefähr so an:"...60 und 24..." Kein Witz. Wir deutschsprachigen Lebewesen sagen bei 84 auch nicht 8 und 4, sondern setzen zuerst die 4 und dann die 8. Also von hinten gelesen.
    Danke für dieses interessante Thema und ein wunderschönes Wochenende wünsche ich dir.

    LG rolf



    PS: Übrigens wundert es mich, das Jürgen seine Kommentare in letzter Zeit immer länger gestaltet. Ich versuche immer mehr zu "kürzen" ;-) und er wird immer länger. Lustig. Und wehe du Holzwurm sagst wieder mal was zu mir wegen der Kürze meiner Kommentare. ;-) :-)


    rolf

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  9. Hallo, das ist ein schöner Artikel und ein noch schöneres Bild. Mehr will ich gar nicht schreiben, weil ich das Gefühl habe, dass hier einige schon soviel Kluges zum Thema geschrieben haben, dass mir selbst nichts mehr dazu einfällt.
    @Rolf
    Du schreibst, dass du dich bemühst, deine Artikel zu kürzen, aber in Wirklichkeit schaffst du es nicht...Du kannst dich gar nicht kurz fassen, es widerstrebt deiner Natur...Deine Artikel und Kommentare sind natürlich erstklassig und immer lesenswert...aber eine Kurzfassung ist nicht dein Ding. Man sagt aber doch, dass gerade Texte am Bildschirm zu lesen sehr anstrengend ist und sie eine gewisse Länge nicht überschreiten sollten, ich glaube sechshundert Worte oder so...
    Was Balrog angeht, dessen Texte angeblich immer länger werden, so finde ich es gerade gut, dass er sich kürzer fasst, nicht vom hundertsten ins tausendste kommt und sich auf das Wesentliche beschränkt...Und das sollte er nicht ändern, auch wenn ihm Rolf nun vielleicht ein Vorbild ist und er in Zukunft längere Texte verfassen will..
    Na, jetzt habe ich auch was Langes verfasst, aber ich musste das einfach sagen...
    Ich wünsche allen ein schönes Wochenende

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  10. Danke, liebe Margot für diese wunderbaren Zeilen! Sie sprechen mir aus der Seele!

    LG Bärbel

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  11. Meine Lieben! Ihr habt euch so viele Gedanken zu diesem Thema gemacht, ich muss sagen, ich bin sprachlos. Für so gelungen hatte ich meinen Artikel gar nicht gehalten, ich habe ihn absichtlich kurz und allegemein gehalten, weil ich mir gedacht habe, dass Stress und Gehetztwerden für jeden etwas anderes bedeutet. Natürlich gäbe es noch viel mehr zu diesem Thema zu sagen. Ich sage jetzt einfach pauschal vielen Dank fürs Nachdenken, jede und jeder von euch hatte eine eigene Sichtweise, und jede und jeder von euch hat auch mich wieder zum Nachdenken angeregt. Will da gar nicht irgendjemanden groß herausstellen, eure Beiträge waren alle wunderbar. Danke!

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Ich freue mich, dass ihr bis hierher gelesen habt und freue mich noch mehr, wenn ihr eure Meinung dazu sagt.